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Fachberatung: Kompost

Schnickschnack lohnt nicht
Ein Komposthaufen ist der Jungbrunnen des Gartens. Welke Blätter, alte Zweige, Rasenschnitt, aber auch Küchenabfälle wie Obst- und Gemüsereste lassen sich hier in fruchtbare Humuserde verwandeln, aus der neues Leben sprießt. Das zahlt sich für die Umwelt aus und tut auch dem Portemonnaie gut. Denn umweltbewusste Gärtner sparen nicht nur bei Mineraldüngern und Blumenerde, sondern auch bei den Müllgebühren, wenn sie als „Eigenkompostierer“ auf die Biotonne verzichten.

Kein Wunder, dass die Kompostierung immer beliebter wird. Der einfachste Weg zum Biomüll-Recycling ist der gute, alte Komposthaufen. Allerdings können Hersteller und Händler damit kein Geld verdienen – ein Grund, weshalb zunehmend neumodische und kostspielige Kompostiergeräte angepriesen werden. Damit soll alles viel schneller und besser gehen. Die Stiftung Warentest nahm neun dieser Geräte unter die Lupe. Ergebnis: sechsmal „gut“, zweimal „zufriedenstellend“, einmal „mangelhaft“. Fazit der Warentester: Wer nur unproblematische Garten- und Küchenabfälle kompostieren will, kann viel Geld sparen. Ein einfacher Holzlattenkomposter für 20 bis 40 Euro reicht für diesen Fall völlig aus. Wer auch Essensreste verwerten möchte, Angst vor Ungeziefer hat oder nur einen kleinen Garten besitzt, für den kommt ein geschlossenes Kompostgerät in Frage.

„Enttäuschend“ war für die Tester das Abschneiden der teuren, wärmegedämmten Komposter, die eine beschleunigte Verrottung versprechen. Zwar lagen die Temperaturen im Innern dieser Gefäße nicht höher als im simplen Lattenkomposter, um so mehr aber die Preise (zwischen 90 und 180 Euro). Auch von der „Kompostkugel“ sind die Experten der Stiftung Warentest nicht begeistert: Zu unhandlich und zu teuer.

Auch Rasenschnitt kompostieren

Wohin mit den großen Mengen Rasenschnitt? Immer häufiger wird dieses Problem auf Kosten der Natur gelöst. Das Schnittgut oder andere Gartenabfälle werden in zunehmenden Maße am nächstgelegenen Waldrand oder einer Brachfläche abgeladen.

Viele Gartenbesitzer haben dabei überhaupt kein schlechtes Gewissen. Doch wer sich als Naturfreund im Frühjahr über die Blütenfülle der Buschwindröschen oder Schlüsselblumen unter Bäumen freut, sollte im Sommer bedenken, dass schon eine dünne Schicht hier abgelagerter Gartenabfälle die Vielfalt zerstören kann! Gerade der oft in dichten Lagen abgekippte Rasenschnitt lässt die natürliche Bodenvegetation regelrecht ersticken. Die bei der anschließenden Verrottung freigesetzten Nährstoffe führen dann zu einer grundlegenden Veränderung des Standorts: Wo zum Beispiel im Halbschatten unter Gehölzen Frühlingsblüher oder auf einer Brachfläche Wiesenblumen wachsen konnten, kommt es jetzt zu einer starken Vermehrung von Brennnessel und Giersch. Zudem werden mit den Abfällen oft Gartenpflanzen verschleppt, diese können sich in der Natur ausbreiten und die natürliche Flora verdrängen.

Gartenbesitzer, die auf diese Weise ihre Abfallprobleme lösen, sollten wissen, dass sie damit gegen geltendes Recht verstoßen. Denn nach dem Abfall- und Naturschutzrecht ist das Abkippen von Grünabfällen in Wald und Flur eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer empfindlichen Geldbuße geahndet werden kann.

Wohin mit all dem Laub?

Jetzt ist wieder Aufräumzeit im Garten. Bäume und Sträucher müssen geschnitten, das Laub zusammengerecht werden. Gartenbesitzer sollten jedoch in dem fallenden Laub keine lästige Begleiterscheinung des Herbstes sehen, die mit Arbeit verbunden ist, sondern die Blätter liegen lassen zum Schutz von Tieren und Pflanzen. Denn mit Hilfe von Laub, Ästen und Zweigen können Gartenbesitzer ihre Gärten im wahrsten Sinne des Wortes „beleben“.

Zusammengerechte Laubhaufen sind für viele Tiere eine notwendige Überwinterungshilfe. Zum Beispiel für Igel und die Larven vieler Schmetterlinge. Verteilt auf Beeten und unter Bäumen finden dort Regenwürmer, Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter einen Unterschlupf.

Igel, die jetzt mit der Suche nach einem Platz für den Winterschlaf beginnen, nutzen Laub- und Reisighaufen gerne als Schutz vor der kalten Jahreszeit ebenso wie viele Kleinlebewesen, die sich dorthin zurückziehen. Am eindrucksvollsten präsentiert sich so ein Reisighaufen dann im Frühjahr: Zaunkönig und Rotkehlchen, Erdkröte, Spitzmaus und ein Millionenheer an Insekten und Spinnen machen den Haufen zu einem richtigen „Tierhotel“. Das ist nicht nur ein spannendes Beobachtungsfeld für alle Naturfreunde, sondern auch eine Stütze für jeden Gärtner. Viele dieser Tiere sind nämlich nützliche Helfer beim biologischen Pflanzenschutz. Diese Kleintiere sind unerlässliche Helfer, was die Bodenaufbereitung angeht und dienen als Nahrung für Vögel im Winter.

NABU appelliert, bei Aufräumarbeiten im Garten auf Laubsauger zu verzichten

Die ökologischen Schäden die motorisierte Laubsauger anrichten, die durch die Gärten mit der Lautstärke eines Presslufthammers rattern, sind dagegen enorm: Millionenfach werden Kleinstlebewesen zusammen mit dem Laub aufgesaugt und zerstückelt. Für den Sog werden Luftgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erzeugt. Vor allem Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien können sich kaum dem Turbo-Blas- und Saugstrom widersetzen. Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion werden die Tiere und Insekten meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus.

Deshalb besser auf Laubsauger verzichten und lieber zu Besen und Rechen greifen oder das Laub insbesondere unter Sträuchern und Bäumen liegen lassen. Schließlich ist der Laubfall kein Abfall, sondern eine hervorragende Recyclingmethode der Natur. Wer für einen Laub- oder Reisighaufen nicht genügend Platz in seinem Garten hat, der sollte sich einen Komposthaufen zulegen oder das Laub in die Biotonne zu geben. So kann es dem Nährstoffrecycling zugeführt und im nächsten Frühjahr als wertvoller Kompost wieder auf Pflanzbeete ausgebracht werden.

Ihr Rainer Schlimme

Fachberatung: Heckenschnitt

Der Heckenschnitt und Schnitt von Obstbäumen, Beeren- und Ziersträuchern soll laut Gartenordnung Punkt 4.4. und Bundesnaturschutzgesetz NICHT in der Zeit vom 01.04. bis 15.07. erfolgen (Brutzeit der Vögel)! Wenn geschnitten wird, muss der Schnitt sach- und artgerecht erfolgen.

Nur wenn absolut sicher ist, dass einsehbar keine Vögel brüten und z.B. die Hecke so ausgewachsen ist, dass der Durchgang erschwert ist, darf der sach- und artgerechte Heckenschnitt schon vorher erfolgen (ca. ab 01.07. – bitte vorher anfragen!).

Hinweis
Die Baumschutzsatzung der Landeshauptstadt Hannover wurde zuletzt am 28.01.2016 überarbeitet. Grundlage ist § 29 des Bundesnaturschutzgesetzes.
Im Stadtgebiet Hannover sind lt. § 2 Baumschutzsatzung Laubbäume mit einem Stammumfang von mindestens 60 cm und alle Nadelbäume mit einem Stammumfang von mindestens 80 cm, gemessen in einer Höhe von 100 cm über dem Erdboden, geschützt. Es besteht aber die Möglichkeit, sich eine Ausnahmegenehmigung ausstellen zu lassen.
Werden Bäume entfernt, soll dafür Ersatz gepflanzt werden. Dies gilt nicht für abgestorbenen Gehölze.

Falls Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich gern an uns – wir haben weitere Informationsmaterialien zu diesem Thema (s. auch verschiedene Links auf unserer Internetseite).